Algorithmen des Lebens – vom Zufall, von der Freiheit und dem Determinismus

„Was geschieht, wenn Profile an die Stelle von Persönlichkeiten treten? Wenn Neigungen und Abneigungen durch Algorithmen errechnet werden? Wenn das Denken der Datenauswertung weicht? Dann überantwortet der Mensch einen wachsenden Anteil seiner selbst an den Computer und beseitigt damit ein Momentum, das Leben menschlich macht: den Zufall.“Miriam Meckel

Toll, wenn Amazon und iTunes mich und meine Vorlieben so gut kennen, dass sie mir interessante Vorschläge machen; aber entdecke ich dadurch Neues? Will ich immer das, was ich immer schon gemocht und gehabt habe?

„Was einmal gedacht wurde,
kann nicht mehr zurückgenommen werden.“ –
Miriam Meckel

Wo liegen die Grenzen in unserer digitalen, vernetzten Gesellschaft?

Sehen Sie hierzu einen fast einstündigen Vortrag von Miriam Meckel auf der re:publica 2010, der – wie ich finde – sehr gute Gedanken aufwirft:

„Wir haben ja jetzt schon die Situation, dass wir neben der digitalen Kommunikation die reale Kommunikation haben – und dadurch ergänzen sich ja auch sehr unterschiedliche Zusammenhänge. Das heißt, Sie bringen als Mensch natürlich die evolutionäre Zufallskomponente auch in die Kommunikation ins Netz hinein, ebenso wie einige algorithmisch-deterministische Kommunikationsformen oder Präferenzbildungen aus dem Netz, ja auch in unserem realen Leben eine Rolle spielen: Bücher kaufen wir zum großen Teil über Empfehlungen, die von Amazon kommen, die eben nicht durch evolutionäre Zufallskomponenten bestimmt sind, sondern algorithmisch berechnet werden. Bei iTunes und den Musikfolgen von Genius ist es dasselbe. Das heißt, jedes beeinflusst und befruchtet sich und ich glaube, dass wir einfach die Kombination brauchen. Dass man sich also nicht einfach vorstellt, man könne wirklich jede menschliche Lebensform und Entscheidungspräferenz irgendwann durch den Rechner vollziehen lassen. Dann kämen wir in dieses etwas schwierige deterministische Szenario, was eigentlich dem Menschenbild nicht entspricht und was auch keine Freiheit bietet.“Miriam Meckel

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