Buchempfehlung: „Wendung zu Gott“

In Vorbereitung auf ein Seminar zum Thema „Gedenkstättenpädagogik“ lese ich gerade „Jossel Rakovers Wendung zu Gott“ von  Zvi Kolitz, ein fiktives Testament eines Warschauer Juden, aufgeschrieben in der Stunde seines Todes, versteckt in einer leeren Flasche, gefunden in den Trümmern des Warschauer Ghettos.

Ein sehr zu empfehlendes, ergreifendes Zeitdokument, das tiefgehende, religionsphilosophische Fragen aufwirft. Hier kann der gigantische Text nachgelesen werden: Zvi Kolitz: Jossel Rakovers Wendung zu Gott

Einem Dialog bzw. Gebet ähnlich wendet sich Rakovers an Gott:

„[…] Und das sind auch meine letzten Worte an Dich, mein zorniger Gott: Es wird Dir gar nichts nützen! Du hast alles getan, daß ich an Dir irre werde, daß ich nicht an Dich glaube. Ich sterbe aber gerade so, wie ich gelebt habe, als unbeirrbar an Dich Glaubender.

Gelobt soll sein auf ewig der Gott der Toten, der Gott der Vergeltung, der Wahrheit und des Gerichts, der bald Sein Gesicht wieder vor der Welt enthüllen wird und mit Seiner allmächtigen Stimme ihre Fundamente erschüttert.

[…] Höre Israel! Der Herr ist unser Gott, der Herr ist Einer! In Deine Hände, o Herr, empfehle ich meinen Geist!“

– Jossel Rakovers

Sehr bewegend auch der Text, der auf einer Wand eines Kellers in Köln gefunden wurde, in dem einige Juden während des Krieges Unterschlupf gefunden hatten:

„Ich glaub an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint. Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht fühle. Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.“

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