„Du sollst neben mir keine anderen Götter haben!“

Viele Häuptlinge und kaum mehr Indianer – so sieht die derzeitige Entwicklung in der Katholischen Kirche aus. Ein hierarchisches und patriarchalisches Modell, von dem sich immer mehr gläubige Menschen zutiefst gekränkt und verwundert abwenden. Ein krankendes System, das sich vor allem um sich selbst dreht, und dabei ihre eigentliche Kernbotschaft aus den Augen verliert.

Sehr schade eigentlich – ist die Kernbotschaft doch eigentlich ziemlich gut und  nach wie vor für unsere Lebenswelt eine prima Orientierungshilfe: Wie kann Leben gelingen? Was ist wichtig im Leben? Was sind wichtige Werte?

Die Katholische Kirche ist jedoch stets damit beschäftigt, Antworten auf Fragen zu geben, die schon lange keiner mehr stellt…

Stattdessen demonstrieren purpur gekleidete Männer ihre Macht und Herrschaft, wie es in der aktuellen Zeit (2010/Nr. 46) in dem Artikel:Wer_ist_hier_der_Boss_2010_46 nachzulesen ist.

Und da fällt mir der Vergleich von Hape Kerkeling bzgl. „Botschaft“ und „Umsetzung“ ein, indem er den Kern, nämlich „Gott“ als hervorragenden Film und die Umsetzung „Kirche“/“Gemeinde“ als schlechtes Dorfkino bezeichnet, in der der Film nicht wirklich gut zur Geltung kommt:

„Während ich bereits bei weit geöffnetem Fenster im Bett liege, frage ich mich, was Gott eigentlich für mich ist.
Viele meiner Freunde haben sich schon lange von der Kirche abgewendet. Sie wirkt auf sie unglaubwürdig, veraltet, vergilbt, festgefahren, unbeweglich, geradezu unmenschlich und somit haben die meisten sich auch von Gott abgewendet. Wenn sein Bodenpersonal so drauf ist, wie muss er selbst dann erst sein … wenn es ihn überhaupt gibt! Geh mir weg mit Gott, sagen leider die meisten. Ich sehe das anders. Egal ob Gott eine Person, eine Wesenheit, ein Prinzip, eine Idee, ein Licht, ein Plan oder was auch immer ist, ich glaube, es gibt ihn!
Gott ist für mich so eine Art hervorragender Film wie »Ghandi«, mehrfach preisgekrönt und großartig!
Und die Amtskirche ist lediglich das Dorfkino, in dem das Meisterwerk gezeigt wird. Die Projektionsfläche für Gott. Die Leinwand hängt leider schief, ist verknittert, vergilbt und hat Löcher. Die Lautsprecher knistern, manchmal fallen sie ganz aus oder man muss sich irgendwelche nervigen Durchsagen während der Vorführung anhören, wie etwa: „Der Fahrer mit dem amtlichen Kennzeichen Remscheid SG 345 soll bitte seinen Wagen umsetzen.“ Man sitzt auf unbequemen, quietschenden Holzsitzen und es wurde nicht mal sauber gemacht. Da sitzt einer vor einem und nimmt einem die Sicht, hier und da wird gequatscht und man bekommt ganze Handlungsstränge gar nicht mehr mit.
Kein Vergnügen wahrscheinlich, sich einen Kassenknüller wie ‚Ghandi’ unter solchen Umständen ansehen zu müssen. Viele werden rausgehen und sagen: „Ein schlechter Film.“ Wer aber genau hinsieht, erahnt, dass es sich doch um ein einzigartiges Meisterwerk handelt. Die Vorführung ist mies, doch ändert sie nichts an der Größe des Films. Leinwand und Lautsprecher geben nur das wieder, wozu sie in der Lage sind. Das ist menschlich.
Gott ist der Film und die Kirche ist das Kino, in dem der Film läuft. Ich hoffe, wir können uns den Film irgendwann in bester 3-D- und Stereo-Qualität unverfälscht und mal in voller Länge angucken! Und vielleicht spielen wir dann ja sogar mit!“

Hape Kerkeling: „Ich bin dann mal weg“ S. 186f

Schade eigentlich, dass die Katholische Kirche sich nicht auf das Wesentliche konzentriert und somit mehr und mehr Menschen abschreckt! Boss kann es nur einen geben und andere Nebengötter braucht es nicht! Und ja, vielleicht spielen wir dann auch wieder als Indianer mit – aber brauchen wir so viele weltfremde und unfähige Alt-Herren-Häuptlinge?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s