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Münchens „aggressive Gemütlichkeit“

Immer wieder gern sehe ich Helmut DietlsMonaco Franze“ oder „Kir Royal„. Und immer wieder fällt mir beim Schlendern durch München eines seiner Zitate ein:

„Ich bin diese aggressive Gemütlichkeit gewohnt, hier ist alles auf eine wohltuende Weise fad. Alle fahren nach Berlin, weil die denken, da ist mehr los. Ich bin oft in Berlin, ich mag es, aber ich bin auch froh, wenn ich wieder zurückkomme.“

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Und ich finde diese zwei Personen, wie sie gemütlich auf der Querstrebe der Hackerbrücke sitzen und Bier trinken, setzt diese „aggressive Gemütlichkeit“ wunderbar in die Tat um.

Schön, dass man – trotz Preißn, Russn & Co – in München diese geschätzte Gemütlichkeit immer wieder „live“ entdecken darf!

Aggressive Gemütlichkeit auf der Hackerbrücke
Aggressive Gemütlichkeit auf der Hackerbrücke

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Gut durchdachte Konzepte: am Beispiel „Wasserablauf am Bahnhof Pasing“

Ich bewundere gut durchdachte Konzepte – nach dem Motto: „Mensch, da hat sich aber mal jemand wirklich Gedanken gemacht!“

Ebenso gibt es auch Projekte, die mein Herz höher schlagen lassen und bei denen ich meinen Augen nicht traue – oftmals leider im negativen Sinne, nach dem Motto: „Isch krieg Kreislauf! Hat sich dabei eigentlich überhaupt jemand was gedacht???!!!“

Eine meiner Lieblingsinstitutionen, Die Bahn, ist ein Beispiel für letztere Kategorie. Und so entdeckte ich neulich einen Regenwasserablauf am Pasinger Bahnhof, bei dem das Wasser praktischerweise nicht abseits des Fußgängerstroms abfließt, sondern nein, mitten auf die Passanten abfließen kann. Da macht so ein Regenwasserabfluss wirklich Sinn! Und das Ganze hat auch den positiven Nebeneffekt, dass man sich am Fahrkartenautomat beeilt, damit man nicht nass wird! Dazu sage ich nur: „Toll gemacht! Sehr, sehr gut!“

Wer das konstruiert hat, hätte bestimmt auch gute Job-Chancen bei Stuttgart 21 oder beim Berliner Flughafen!

Regenwasser-Ablauf - Pasing
Regenwasser-Ablauf – Pasing
Regenwasserablauf - Pasing
Regenwasserablauf – Pasing
Regenwasserablauf - Pasing
Regenwasserablauf – Pasing
Regenwasserablauf-Pasing
Regenwasserablauf-Pasing
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„Der Weg ist das Ziel!“ – The Straight Story

Neulich begegnete mir eine Frau, die auf einem Rasenmäher gemütlich durch die Prärie fuhr. Irgendwie eine komische Begegnung und ich erinnerte mich an einen David-Lynch-Film, den ich vor langer Zeit sah: „The Straight Story“, bei dem ein alter Mann eine 600 km – Reise auf seinem Rasenmäher absolvierte.

Die Rasenmäher-Frau - eine wahre Geschichte
Die Rasenmäher-Frau – eine wahre Geschichte
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Irr-Sinn: Bild-Schlagzeile: „Der Teufel hat sich schick gemacht“ – Zschäpe hat die Haare schön!

Nachdem es inhaltlich nach dem ersten Prozesstag nicht wirklich viel zu berichten gibt, stürzt sich „Bild“ auf harte Fakten: „Der Teufel hat sich schick gemacht“ lautet die Headline der Frontseite (Front-Seite hat beim Thema NSU einen komischen Beigeschmack!) der heutigen Ausgabe.

Bild schreibt weiter: „Die Staatsfeindin Nr. 1 trägt einen schwarzen Hosenanzug, die weiße Bluse lässig über der Hose.Schwarze Halbschuhe, große silberne Creolen in den Ohren. Das Haar offen und vom Gefängnis-Friseur für 10 Euro kastanienbraun getönt, schlendert sie um 9.55 Uhr in den Gerichtssaal A 101, die Arme vor der Brust verschränkt. […]“

Der Teufel hat sich schick gemacht
Der Teufel hat sich schick gemacht

Sehr spooky finde ich auch die Namen der Anwälte von Beate Zschäpe: „Sturm, Heer und Stahl“ – welche Namen könnten für eine „Nazi-Braut“ (vgl. Bild vom 6.5.2013) passender sein?

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Bitter, dass Zschäpe sich derart inszeniert und einschlägige Medien dies auch noch aufgreifen und mit einer Titelseite würdigen. Inhaltlich es dreht es sich um Ohrringe, die Frisur, den Hosenanzug… Was mögen die Angehörigen der Toten wohl angesichts dieser Schlagzeile empfinden?

Ein Hosenanzug im „Business-Look“ macht aus der Malergehilfin und Gärtnerin mit Fachgebiet „Gemüsebau“ noch keine seriöse und erfolgreiche Stütze der Gesellschaft: außen „oho“, aber innen pfui und hohl!

Dass der Ausruck „Döner-Morde“ auch nicht wirklich angebracht und journalistisch hervorragend ist, ist keine Frage.

Man sagt ja: „Sprache formt das Denken.“ Ich frage mich, was man angesichts solcher Sprache eigentlich denken soll?

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Faschingstrachten-Gschwerl go home!

München ist ja wirklich eine schöne Stadt und von vielen Leuten geschätzt für ihre bairische Gemütlichkeit. München, die nördlichste Stadt Italiens und der Münchner, der sich als Italiener im Loden-Look fühlt. Allerdings verliert eine Stadt wie München an Authentizität und originalem Flair, wenn bairische Tradition von einer Schwemme „Zuoagroaste“ schlecht imitiert wird.

Gerade jetzt zur Wiesn-Zeit ist der enorme Auflauf an Faschings-Trachtlern kaum auszuhalten und hat nichts mehr mit Tradition, Kultur und Brauchtum zu tun. Als Münchner meidet man die überteuerte Wiesn, die mittlerweile leider zu einem Ballermann-Event verkommen ist, sowieso. Die Faschings-Trachtler (meist mit ostdeutschem, preußischem oder russischem Akzent) sind jedoch kaum zu meiden, da sie mit ihrem  Anblick wahrlich zu viel Raum einnehmen!

Bei den Pseudo-Trachten, die oftmals nur in etwa die Länge eines breiteren Gürtels einnehmen, gilt nach meinem Geschmack stets: Es ist keine Frage der Moral, sondern der Ästhetik!

Beim Anblick mancher Schöpfung in Wiesntracht stellt sich die Frage, ob es vielleicht mal ein sinnvoller Trend wäre, eine Burka-Tracht zu entwickeln; diese bedeckt wenigstens so manche Problemzone!

Naja, die Geschmäcker sind verschieden. Ich bin jedenfalls froh, wenn die Wiesn vorbei ist und dann der wirkliche Fasching kommt. Prost!

Hier ein „Schmankerl“ – gesehen im Hofgarten:

Spooky Faschingstrachtler: Niveau kann man den Leuten auch manchmal ansehen
Spooky-Faschingstrachtler: Was hat man eigentlich früher – ohne Handy gemacht…???

PS: Irgendwie erinnern mich die Zwei an die Effenbergs… Zumindest sie!