Veröffentlicht in Ästhetik, Blog, Brauchtum, Fotographie, Glaube, Kirche, Kultur, Leben, Philosophie, Religion

Der Ort, wo der Himmel die Erde küsst

Eine alte Legende erzählt, dass es zwei Menschen gab, die überaus glücklich miteinander lebten. Sie waren zufrieden mit dem, was sie hatten und miteinander teilten. Ihre Liebe wuchs durch die Jahre ihres Zusammenlebens. Niemand konnte diese Liebe zerstören.
Eines Tages lasen sie in einem alten Buch, dass es da irgendwo in weiter Ferne,vielleicht am Ende der Welt, einen Ort gäbe, wo unermessliches Glück herrsche. Ein Ort sollte dies sein, so sagte das alte Buch, an dem der Himmel die Erde küsst.

Die beiden beschlossen, diesen Ort zu suchen. Der Weg war lang und voller Entbehrungen. Bald wussten sie nicht mehr, wie lange sie schon unterwegs waren; doch aufgeben wollten sie nicht. Fast am Ende ihrer Kraft, erreichten sie eine Tür, wie sie im Buch beschrieben war. Hinter dieser Tür sollte es sich befinden: das große Glück, das Ziel ihres Hoffens und Suchens. Welch eine Spannung war in ihnen. Wie wird er aussehen, der Ort, an dem der Himmel die Erde küsst, der Ort, an dem ein solches Glück herrscht? Sie klopften an. Die Tür öffnete sich. Sie fassten sich an der Hand und traten ein. Da standen sie nun – wieder mitten in ihrer Wohnung.
Am Ende dieses langen Weges waren sie wieder bei sich zu Hause angekommen.

Und sie verstanden:
Der Ort, wo der Himmel die Erde küsst, ist dort, wo die Menschen sich küssen.
Der Ort, wo der Himmel die Erde berührt, ist der Ort, wo Menschen sich berühren.
Der Ort, wo der Himmel sich öffnet, ist der Ort, wo Menschen sich füreinander öffnen.

Der Ort des großen Glücks ist der Ort, wo Menschen sich glücklich machen.
(nach einer Legende)

Wo Himmel und Erde sich berühren...
Wo Himmel und Erde sich berühren…

 

Spookyfilm’s Blog wünscht eine besinnliche und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit mit vielen glücklichen Momenten!

 

Veröffentlicht in Glaube, Humor, Kirche, Kultur, Religion, Satire

Gott ist aus der Kirche ausgetreten

Als die Nachricht um die Erde lief, Gott sei aus der Kirche ausgetreten,
Wollten viele das nicht glauben. Lügenpropaganda und Legende, sagten sie.
Bis die Oberen und Mächtigen der Kirche sich erklärten
Und in einem sogenannten Hirtenbrief folgendes erzählten:

Wir, die Kirche, haben Gott, dem Herrn, in aller Freundschaft nahegelegt,
Doch das Weite zu suchen, aus der Kirche auszutreten
Und gleich alles mitzunehmen, was die Kirche immer schon gestört:
Seine Leichtigkeit, und vor allem Liebe, Hoffnung und Geduld.
Seine alte Krankheit, alle Menschen gleich zu lieben.
Seine gottverdammte Art und Weise, alles zu verzeihn und zu helfen,
Sogar denen, die ihn stets verspottet. Großzügig bis zur Selbstaufgabe…
Darum haben wir, die Kirche, ihn und seine große Güte unter Hausarrest gestellt.
Möglichst weit entlegen, das er keinen Unsinn macht
Und kaum zu finden ist.

Viele Menschen, als sie davon hörten, sagten, ist doch gar nicht möglich:
Kirche ohne Gott. Gott ist doch die Kirche, Gott ist doch die Liebe.
Und die Kirche ist die Macht – und es heißt die Macht der Liebe.
Andere sprachen: Auch nicht schlecht. Kirche ohne Gott, warum nicht?
Kirche ohne Gott ist doch gar nichts Neues. Gott kann sowieso nichts machen…
Doch den größten Teil der Menschen sah man hin und her
Durch alle Kontinente ziehn. Und die Menschen sagten: Gott sei Dank.
Endlich ist ER frei. Kommt, wir suchen ihn!!

Hans Dieter Hüsch

Veröffentlicht in Bildung, Gesellschaft, Gesellschaftskritik, Glaube, Kirche, Kultur, Leben, Philosophie, Religion, Wahrnehmung

„Du sollst neben mir keine anderen Götter haben!“

Viele Häuptlinge und kaum mehr Indianer – so sieht die derzeitige Entwicklung in der Katholischen Kirche aus. Ein hierarchisches und patriarchalisches Modell, von dem sich immer mehr gläubige Menschen zutiefst gekränkt und verwundert abwenden. Ein krankendes System, das sich vor allem um sich selbst dreht, und dabei ihre eigentliche Kernbotschaft aus den Augen verliert.

Sehr schade eigentlich – ist die Kernbotschaft doch eigentlich ziemlich gut und  nach wie vor für unsere Lebenswelt eine prima Orientierungshilfe: Wie kann Leben gelingen? Was ist wichtig im Leben? Was sind wichtige Werte?

Die Katholische Kirche ist jedoch stets damit beschäftigt, Antworten auf Fragen zu geben, die schon lange keiner mehr stellt…

Stattdessen demonstrieren purpur gekleidete Männer ihre Macht und Herrschaft, wie es in der aktuellen Zeit (2010/Nr. 46) in dem Artikel:Wer_ist_hier_der_Boss_2010_46 nachzulesen ist.

Und da fällt mir der Vergleich von Hape Kerkeling bzgl. „Botschaft“ und „Umsetzung“ ein, indem er den Kern, nämlich „Gott“ als hervorragenden Film und die Umsetzung „Kirche“/“Gemeinde“ als schlechtes Dorfkino bezeichnet, in der der Film nicht wirklich gut zur Geltung kommt:

„Während ich bereits bei weit geöffnetem Fenster im Bett liege, frage ich mich, was Gott eigentlich für mich ist.
Viele meiner Freunde haben sich schon lange von der Kirche abgewendet. Sie wirkt auf sie unglaubwürdig, veraltet, vergilbt, festgefahren, unbeweglich, geradezu unmenschlich und somit haben die meisten sich auch von Gott abgewendet. Wenn sein Bodenpersonal so drauf ist, wie muss er selbst dann erst sein … wenn es ihn überhaupt gibt! Geh mir weg mit Gott, sagen leider die meisten. Ich sehe das anders. Egal ob Gott eine Person, eine Wesenheit, ein Prinzip, eine Idee, ein Licht, ein Plan oder was auch immer ist, ich glaube, es gibt ihn!
Gott ist für mich so eine Art hervorragender Film wie »Ghandi«, mehrfach preisgekrönt und großartig!
Und die Amtskirche ist lediglich das Dorfkino, in dem das Meisterwerk gezeigt wird. Die Projektionsfläche für Gott. Die Leinwand hängt leider schief, ist verknittert, vergilbt und hat Löcher. Die Lautsprecher knistern, manchmal fallen sie ganz aus oder man muss sich irgendwelche nervigen Durchsagen während der Vorführung anhören, wie etwa: „Der Fahrer mit dem amtlichen Kennzeichen Remscheid SG 345 soll bitte seinen Wagen umsetzen.“ Man sitzt auf unbequemen, quietschenden Holzsitzen und es wurde nicht mal sauber gemacht. Da sitzt einer vor einem und nimmt einem die Sicht, hier und da wird gequatscht und man bekommt ganze Handlungsstränge gar nicht mehr mit.
Kein Vergnügen wahrscheinlich, sich einen Kassenknüller wie ‚Ghandi’ unter solchen Umständen ansehen zu müssen. Viele werden rausgehen und sagen: „Ein schlechter Film.“ Wer aber genau hinsieht, erahnt, dass es sich doch um ein einzigartiges Meisterwerk handelt. Die Vorführung ist mies, doch ändert sie nichts an der Größe des Films. Leinwand und Lautsprecher geben nur das wieder, wozu sie in der Lage sind. Das ist menschlich.
Gott ist der Film und die Kirche ist das Kino, in dem der Film läuft. Ich hoffe, wir können uns den Film irgendwann in bester 3-D- und Stereo-Qualität unverfälscht und mal in voller Länge angucken! Und vielleicht spielen wir dann ja sogar mit!“

Hape Kerkeling: „Ich bin dann mal weg“ S. 186f

Schade eigentlich, dass die Katholische Kirche sich nicht auf das Wesentliche konzentriert und somit mehr und mehr Menschen abschreckt! Boss kann es nur einen geben und andere Nebengötter braucht es nicht! Und ja, vielleicht spielen wir dann auch wieder als Indianer mit – aber brauchen wir so viele weltfremde und unfähige Alt-Herren-Häuptlinge?

Veröffentlicht in Bildung, Gesellschaft, Glaube, Kultur, Leben, Philosophie, Religion

Buchempfehlung: „Wendung zu Gott“

In Vorbereitung auf ein Seminar zum Thema „Gedenkstättenpädagogik“ lese ich gerade „Jossel Rakovers Wendung zu Gott“ von  Zvi Kolitz, ein fiktives Testament eines Warschauer Juden, aufgeschrieben in der Stunde seines Todes, versteckt in einer leeren Flasche, gefunden in den Trümmern des Warschauer Ghettos.

Ein sehr zu empfehlendes, ergreifendes Zeitdokument, das tiefgehende, religionsphilosophische Fragen aufwirft. Hier kann der gigantische Text nachgelesen werden: Zvi Kolitz: Jossel Rakovers Wendung zu Gott

Einem Dialog bzw. Gebet ähnlich wendet sich Rakovers an Gott:

„[…] Und das sind auch meine letzten Worte an Dich, mein zorniger Gott: Es wird Dir gar nichts nützen! Du hast alles getan, daß ich an Dir irre werde, daß ich nicht an Dich glaube. Ich sterbe aber gerade so, wie ich gelebt habe, als unbeirrbar an Dich Glaubender.

Gelobt soll sein auf ewig der Gott der Toten, der Gott der Vergeltung, der Wahrheit und des Gerichts, der bald Sein Gesicht wieder vor der Welt enthüllen wird und mit Seiner allmächtigen Stimme ihre Fundamente erschüttert.

[…] Höre Israel! Der Herr ist unser Gott, der Herr ist Einer! In Deine Hände, o Herr, empfehle ich meinen Geist!“

– Jossel Rakovers

Sehr bewegend auch der Text, der auf einer Wand eines Kellers in Köln gefunden wurde, in dem einige Juden während des Krieges Unterschlupf gefunden hatten:

„Ich glaub an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint. Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht fühle. Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.“